Lisa’s Landleben ist ein kleiner Laden am Graf-Mirbach-Platz im rheinland-pfälzischen Hillesheim. Seit 16 Jahren stellt die Inhaberin Lisa Lauer mit ihrem Team die schönsten Dinge aus den Bereichen Wohnaccessoires/Interieur sowie exklusive Geschenkideen für ihre Kunden zusammen. Zum Sortiment gehören Tischwäsche, Kunstfloristik, Kerzen, Dekoration für Haus und Garten sowie Geschenke für Babys und Kinder. Außerdem Schmuck der Marke Konplott, Kunsthandwerk, kulinarische Highlights und Mitbringsel aus der Eifel. In fast allen Produktbereichen finden sich Fair-Trade-Produkte. Im Interview hat uns die Inhaberin verraten, wie sie und ihr Team mit der Corona-Krise umgegangen sind, wie sie ihre Onlinekanäle nutzt und welchen Stellenwert das Thema Digitalisierung für die Zukunft hat.

Wie haben Sie die Zeit der Ladenschließungen genutzt?

Lisa Lauer: Als unser Laden seine Türen plötzlich für Kunden schließen musste, und nicht abzusehen war, wie lange dies dauern würde, hat es mir fast das Herz gebrochen!  Ich hatte gerade alle Schaufenster neu dekoriert, alle Vorbereitungen für den verkaufsoffenen Sonntag waren erledigt, die Oster- und Frühlingsware, viele neue Geschenke für Kommunion und Hochzeit waren eingetroffen und liebevoll im Laden dekoriert – und die Kunden durften nicht zu uns kommen. Also mussten wir zu unseren Kunden kommen! Mit Liefer- und Abholservice, natürlich kontaktfrei, Versand innerhalb Deutschlands, Gutscheinen, Bestellungen per E-Mail, WhatsApp, Messenger, Facebook etc. – Erreichbarkeit auf allen Kanälen! Wir haben also Flyer gedruckt und ich habe diese Tag für Tag im Ort ausgetragen, um auch meine Kundinnen und Kunden aus den Risikogruppen zu erreichen. Wir haben ganz viele Fotos von der neu eingetroffenen Ware aufgenommen und auf Facebook und Instagram gepostet, und das Schaufenster mit Artikelnummern und Preisen beschriftet, damit die Kunden es bei der Bestellung einfacher haben. Gleichzeitig habe ich mich um die Erstellung eines neuen Webshops gekümmert.

Sollte es zu einer erneuten Ladenschließung kommen, könnten wir diesmal auf unsere Erfahrungen bezüglich des Abhol- und Lieferservices zurückgreifen. Außerdem wären die Online-Vertriebswege aufgebaut und könnten intensiviert werden.

Welche Kanäle nutzen Sie, um mit Ihren Kunden zu kommunizieren?

Lisa‘s Landleben möchte möglichst auf vielen Kanälen für seine Kunden erreichbar sein. Persönlich im Laden, telefonisch, über Kanäle wie WhatsApp, Messenger, Instagram, Facebook, Amazon-Shop und jetzt den neuen Webshop. Wir freuen uns immer über Rückmeldung.

Wie haben Ihre Kunden während der Ladenschließungen bei Ihnen bestellt?

Ich bin sehr dankbar, dass doch viele Bestellungen während der Ladenschließung eingingen. Die ältere Kundschaft hat vorwiegend telefonisch bei uns bestellt, die jüngere gerne auch über Facebook und WhatsApp. Wir haben sowohl einen kontaktfreien Abholservice am Laden als auch kontaktfreie Auslieferung an der Kundenhaustür angeboten, aber auch viele Päckchen und Pakete gepackt und versandt.

Wie viele Produkte verkaufen Sie in Ihrem stationären Laden und wie viele davon verkaufen Sie online?

Im Laden findet sich eine kaum zählbare Menge von Artikeln, die das Zuhause verschönern. Nur ein Bruchteil davon lässt sich online verkaufen, zum Beispiel, weil nicht alle Hersteller den Onlineverkauf erlauben oder weil viele Artikel zerbrechlich sind und durch den Versand Schaden nehmen können. Aber wir werden sukzessive mehr und mehr schöne Artikel online stellen!

Wie schwer waren die Verluste durch die Corona-Krise?

Corona hat uns sehr schwer getroffen. Sicherlich können diese Verluste auch in diesem Jahr nicht mehr ausgeglichen werden, da so viele Veranstaltungen und Feste ausgefallen sind – und noch weiter ausfallen. Die Kunden haben selbst hohe Einbußen hinsichtlich ihres Einkommens, man denke an Kurzarbeitergeld und Entlassungen. Dies wird auch weiterhin zu einem auffällig verringerten Einkaufsverhalten beitragen. Erst am Ende des Jahres kann man daher den tatsächlichen Verlust beziffern.

Was hat sich für Sie durch Corona verändert?

Mit Sicherheit hat sich die Anzahl der Kunden verringert. Der Kunde hat mit Blick auf die Hygiene- und Abstandsregeln teilweise Ängste und teilweise auch keine Lust, ausgiebig zu shoppen. Es wird nur schnell das Nötigste gekauft. Für uns bringen die Umsetzung und Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln einen unglaublich großen Mehraufwand – auch finanziell. Der Laden musste komplett umstrukturiert werden, Hinweisschilder, Spuckschutz, Desinfektionsmittel, Mundschutz etc. angeschafft werden. Die Kunden müssen immer wieder an die Einhaltung der Abstandsregeln erinnert werden, der einzelne Zutritt zum Laden überwacht werden. Wir müssen nahezu jederzeit für den Kunden telefonisch, per Mail oder auf den Social-Media-Kanälen erreichbar sein, uns durch die Unmengen an neuen Auflagen durcharbeiten und dabei noch unser Tagesgeschäft mit Freude erledigen.

Hat sich Ihre Haltung zum Thema Digitalisierung durch die Corona-Krise geändert?

Wir haben schon vor der Corona-Krise regelmäßig die sozialen Medien wie Facebook oder Instagram genutzt, um den Kunden unsere Produkte zu präsentieren oder auf Aktionen hinzuweisen. Die Corona-Krise hat die Nutzung dieser Medien für uns noch verstärkt. Social Media ist immens wichtig, um den Kontakt zu den Kunden zu halten. Die Digitalisierung ist unausweichlich. Ich denke, dass wir mit dem neuen Shop, der speziell auf uns und die Wünsche unserer Kunden zugeschnitten ist, auf einem sehr guten Weg sind.

Aber andererseits muss man schöne Dinge doch auch selbst anschauen, anfassen, erfühlen können. Das Ladengeschäft an sich halte ich für unersetzlich. Es hat sicherlich noch nicht ausgedient! Und auch der Gedanke der Nachhaltigkeit sollte hier nicht außer Acht gelassen werden. Was tun wir der Umwelt – und den Paketboten – an, wenn alle Einkäufe nur noch online erfolgen?

Sicherlich ist eine Kombination aus digitalem und „Vor-Ort“-Shopping die beste und auch wünschenswerte Variante für die Zukunft.

 

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